Wolfgang Schmidt wurde 1970 in Hamburg geboren und lebt in Berlin. Er arbeitet als Berater und Redner zu europäischen und transatlantischen Fragen, zur Wirtschafts-, Finanz- und Sicherheitspolitik sowie zu Strategie- und Entscheidungsprozessen in Politik und Verwaltung. Er bringt Erfahrung aus mehr als zwei Jahrzehnten politischer Arbeit auf Bundes- und Länderebene, in Europa und international mit. Dabei arbeitet er eng mit Regierungen, Parlamenten, internationalen Organisationen, Unternehmen und der Wissenschaft zusammen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika kennt er aus der Zusammenarbeit mit vier US-Administrationen; europäische Institutionen begleitet er seit seiner Zeit als Mitglied im Buero der Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE). Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den strategischen Herausforderungen für Europa im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, China und anderen globalen Akteuren sowie auf der Frage, wie wirtschaftliche Kraft, technologische Souveränität und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit zusammenwirken.
Von Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025 war Wolfgang Schmidt Bundesminister für besondere Aufgaben, Chef des Bundeskanzleramts und Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes im Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz. Er koordinierte die Arbeit der Bundesregierung, hielt den Kontakt zum Deutschen Bundestag sowie zu den 16 Ländern und war an zentralen politischen Entscheidungen in Deutschland, der Europäischen Union und im internationalen Kontext beteiligt. Als wichtiger Koordinator der Dreier-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hielt er die Partner in regelmäßigen Abstimmungen zusammen, bereitete die wöchentlichen Kabinettssitzungen vor und beriet Bundeskanzler Scholz in strategisch bedeutsamen Fragen.
In seine Amtszeit fielen die Unterstützung der von Russland völkerrechtswidrig angegriffenen Ukraine sowie grundlegende politische Entscheidungen im Zusammenhang mit der „Zeitenwende" – insbesondere in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, bei der besseren Ausstattung der Bundeswehr, in der Energiepolitik sowie in der Wirtschafts- und Industriepolitik. Als Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes nahm er für die Bundesregierung die Fach- und Rechtsaufsicht über den Bundesnachrichtendienst (BND) wahr und koordinierte die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste des Bundes. Er war Mitglied des Bundessicherheitsrats und eng in die ressortübergreifende Sicherheitspolitik eingebunden. Zu seinem Portfolio gehörten die nationale und internationale Sicherheit, die strategische Vorausschau und die Zusammenarbeit mit Partnern in Europa, im transatlantischen Raum und im Nahen und Mittleren Osten. Neben der Zusammenarbeit mit dem BND prägte der enge Austausch mit befreundeten Diensten im In- und Ausland seine Tätigkeit als Nachrichtendienst-Koordinator.
Von 2018 bis 2021 war Wolfgang Schmidt Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen in der letzten Bundesregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dort war er unter anderem für Grundsatzfragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie für die Koordinierung der SPD-geführten Bundesministerien und die enge Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt zuständig. In diese Zeit fielen die wirtschaftspolitischen Antworten auf die Covid-19-Pandemie: Schmidt koordinierte die Abstimmung mit den Ländern bei Schutzmaßnahmen und wirtschaftlichen Hilfsprogrammen – darunter für Kultur und Gastronomie. International wirkte er an der Debt Service Suspension Initiative (DSSI) und dem Common Framework des G20 mit. Er vertrat Deutschland als G7- und G20-Deputy sowie als Alternate Governor bei der Weltbank und der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) und gehörte den Aufsichtsräten der GIZ und der DEG an.
Von 2011 bis 2018 war Wolfgang Schmidt Staatsrat und Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten. Er koordinierte die Bundesratsarbeit Hamburgs, vertrat die Hamburger Interessen gegenüber den Bundesministerien und war für die Hamburgische Landesvertretung in Berlin und das Hanse-Office in Brüssel zuständig. Als informeller „Außenminister" seiner Heimatstadt lockte er hochkarätige internationale Gäste nach Hamburg, koordinierte europäische Fördermittel und baute die nordische Zusammenarbeit im Rahmen der STRING-Region aus. Zu seiner Zuständigkeit gehörten die Städtepartnerschaften Hamburgs, etwa mit Chicago, Shanghai, St. Petersburg, León, Daressalam oder Osaka. In die Zeit seiner Hamburger Tätigkeit fiel 2014/15 der Vorsitz der Europaministerkonferenz der Länder (EMK) und die deutsche G20-Präsidentschaft 2017 mit dem G20-Gipfel in Hamburg.
Der berufliche Werdegang von Wolfgang Schmidt in der Politik ist eng mit der Person Olaf Scholz verbunden. Als dieser im Herbst 2002 Generalsekretär der SPD wurde, holte er Wolfgang Schmidt nach Berlin. Sie haben über 20 Jahre lang eng zusammengearbeitet: In der SPD-Parteizentrale, der SPD-Bundestagsfraktion, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, in Hamburg, im Bundesministerium der Finanzen und schließlich im Bundeskanzleramt. Wolfgang Schmidt hat während dieser Zeit unzählige politische Strategien und Wahlkämpfe entwickelt und federführend begleitet.
Wolfgang Schmidt ist Volljurist. Er studierte Rechtswissenschaften in Hamburg und an der Universidad de Deusto in Bilbao/Spanien. Nach seinem ersten Staatsexamen arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Peter Behrens an der Universität Hamburg zum Europarecht, Internationalen Wirtschafts- und Privatrecht sowie Wettbewerbsrecht. Nach dem zweiten Staatsexamen im November 2002 übernahm er leitende Funktionen in der SPD-Parteizentrale und der SPD-Bundestagsfraktion sowie im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zudem war er als Direktor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Berlin tätig sowie von 2004 bis 2008 als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung.
Wolfgang Schmidt verfügt über langjährige Erfahrung in außen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Debatten. Er absolvierte 2010 das halbjährige Seminar für Sicherheitspolitik an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und ist seit der Gründung im Jahre 2003 Mitglied der Globalen Atlantiker, einer überparteilichen Gruppe von Politikerinnen und Politikern aus Deutschland und den USA, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert wird. Er nimmt regelmäßig an internationalen Konferenzen teil und spricht auf Veranstaltungen zu europäischer Sicherheitspolitik, transatlantischen Beziehungen, deutscher Außenpolitik sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Bis September 2025 war er Mitglied im Stiftungsrat der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und Vorsitzender des Board of Trustees. Bis Ende 2025 war er stellvertretender Präsident des Stiftungsrats der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Er ist Mitglied des Willy-Brandt-Kreises e.V. sowie des Council des European Council on Foreign Relations (ECFR) und des Kuratoriums der Baden-Badener Unternehmergespräche (BBUG). Durch seine langjährige Tätigkeit in Regierungen, internationalen Organisationen und der öffentlichen Verwaltung verfügt er über ein weitreichendes Netzwerk in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien.
Wolfgang Schmidt engagierte sich früh politisch – zunächst in der Schülervertretung (Schulsprecher, Landesschülervertretung) und in der Jugendmedienarbeit (Schülerzeitung, Demokratische Jugendpresse Hamburg). Er engagierte sich in der Städtepartnerschaft Hamburg–León und im Jugendaustausch mit der nicaraguanischen Partnerstadt. Seit 1989 ist er Mitglied der SPD. Er war Mitglied im Bundesvorstand der Jusos, Vizepräsident der International Union of Socialist Youth (IUSY) unter dem damaligen Vorsitz von Antonio Guterres sowie Mitglied im Buero der ECOSY (heute Young European Socialists). Diese internationale Zusammenarbeit prägte früh sein Interesse an europäischer Integration und transatlantischen Beziehungen.
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 kandidierte Wolfgang Schmidt als Direktkandidat der SPD im Wahlkreis Hamburg-Eimsbüttel und als Spitzenkandidat seiner Partei in Hamburg. In Zeiten, in denen es um viel geht, wollte er sich mit ganzer Kraft für die richtige Politik einsetzen und ein eigenes Mandat erreichen. Mit fast 43.000 Erststimmen wurde er Zweiter im Wahlkreis – und verpasste auch bei den Zweitstimmen den Einzug in den Deutschen Bundestag knapp.
Er ist Vater zweier erwachsener Töchter und spricht neben Deutsch fließend Englisch und Spanisch.
Wolfgang Schmidt ist Anhänger des Fußballclubs FC St. Pauli, wo er eine Dauerkarte hat. So oft es geht, ist er bei den Spielen seines Vereins dabei. Er läuft mehr oder weniger regelmäßig, spielt unregelmäßig Fußball in einer Hobbymannschaft und segelt. Seine Leidenschaft ist das Kickern. Er geht gerne in Konzerte und hört Musik.